Allgäu-Orient-Käserei
Die Idee
Käsereiausrüstung hängt immer noch in Türkei fest
Koordinaten auf Google Earth

Die Idee

Nicht unbedingt, weil die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Allgäu-Orient Rallye oder das OK gute Menschen sind, haben wir uns entschlossen, den Ertrag aus den von den Rallyeteilnehmern nach dem großen Spaß nicht mehr benötigten Rallyefahrzeugen einem guten Zweck zur Verfügung zu stellen.

Da wir die Fahrzeuge aufgrund einer einmaligen Sonderregelung mit dem jordanischen Königshaus ohne die sehr teure Einfuhrtax ins Land bringen dürfen, gehen die Fahrzeuge mit dem Grenzübertritt in das Eigentum der UN-Hilfsorganisation WFP (World Food Programm) oder einer anderen vom Königshaus genehmigten gemeinnützigen Organisation über.

Diese Organisation sorgt dafür, dass die Fahrzeuge als Ersatzteile in Jordanien oder in ein anderes arabisches Land verkauft werden. Der Verkauf der Fahrzeuge erfolgt -im Paket- unter Aufsicht des zuständigen Ministeriums. Die Erlöse (2006 - 60 000,-, 2007 - 40 000,- , 2008 - 80000,- ) fließen auf ein Sperrkonto des WFP. Die Gelder werden zweckgebunden unter ministerieller Aufsicht für unsere Projekte nach Projektfortschritt ausbezahlt.

Diese Auszahlung läuft leider recht zäh und arabisch-bürokratisch ab. Aber immerhin wurde das Geld für den Grundstückskauf (Käserei-Hilfsprojekt für Beduinen im Dorf Al Rabiat) der nun endlich eingetragenen -Jord. Allgäu-Orient- Non Profit Gesellschaft- angewiesen. Mit etwas Verzögerung wird wohl noch in 2009 der erste Käse produziert.

Zuerst dachten wir, dass wir mit den Geldern eine Schule in Jordanien bauen können. Wir mussten lernen, dass dies nicht funktioniert. Da spielen die jordanischen Ministerien zu stark mit. Diese wollten dann einfach jeder der Schulen in Amman im Gieskannenverfahren einen Teilbetrag geben. Da sagten wir NO.

Da kam ein Regierungsprojekt, das Beduinen, die sesshaft werden wollen, in der Wüste die Grundlagen wie Wasser und Strom für eine Dorfgründung schaffen. Damit die Beduinen ihre Milch der Schafe, Ziegen und wenigen Kühe verwerten können, haben wir uns im OK entschlossen, eine

ALLGÄU-ORIENT-KÄSEREI zu errichten. Diese Käserei soll später einigen armen Familien ihr Ein und Auskommen sichern.

Das alles läuft in arabischen Ländern sehr langsam und zäh. Nachdem ein angelaufenes Projekt schief lief und die Gefahr bestand, dass wir das Sagen verlieren, wurde dieses gestoppt.

Zwischenzeitlich haben wir eine deutsch-jordanische Non-Profit Gesellschaft gegründet und im Wüstendorf Al Rabiat, 60 KM von Amman entfernt, mitten in der Wüste ein Grundstück für die Käserei gekauft. Dort wird die Käserei derzeit errichtet. Wenn alles glatt läuft, können Walter und Norbert Hartmann sowie Michel Reichart vom OK werden im September die von Paradigma gesponserte Solaranlage und die Käserei aufbauen.

Käser aus österreich werden danach zwei jordanische Käser einweisen. Danach gibt es ersten Käse und Joghurt aus der Wüstenkäserei..

Parallel wird dann die Käserausbildung für die Jordanier hier im Allgäu laufen.

Das durch die Rallyewagen eingespielte Geld dürfte für den Abschluss des Käsereiprojektes mehr als ausreichen.

Das OK der Rallye bekommt in den nächsten Monaten vom World Food Programm Vorschläge für Folgeprojekte. Als nächstes Projekt ist die Einrichtung eines Jugendcamps (für europäische und arabische Jugendliche) auf unserem Käsereigelände vorgesehen

Al Rabia
Das Grundstück in Al Rabia, Mai 2008
Al Rabia
Die Allgäu-Orient Käserei, Dezember 2008

Käsereiausrüstung hängt immer noch in Türkei fest

Nachdem unsere jordanischen Freunde mit einen mit Käserei und Hilfsgütern voll bepackten Mercedes LKW am 2. Mai 2009 in Oberstaufen gestartet sind, dachten alle, dass die Lieferung zur Siegerehrung in Jordanien ist. Doch es kam anders.

In Imola (Italien) ist der neuwertige LKW wegen einer defekten Kupplung stehen geblieben. Unser jordanischer Fahrer hat den Truck dann (sicher) abgestellt und ist mit einem anderen Fahrzeug nach Jordanien gefahren. Der freundliche italienische Hofbesitzer wußte nur "Wilfried and his friends regeln das"und bezahlen auch das Standgeld...

Edgar
Edgar Lange

Nun - Edgar Lange, der Expeditionsfahrzeuge baut und Mitglied vom Team Franken für Amman ist mit Wilfried nach Imola gefahren. In fantastischen 4 Stunden hat Edgar die Kupplung repariert. Klasse und Danke EDGAR!. Er hatte ja auch einen guten Lehrling. Die nächste Kupplung wechselt Wilfried.

Reparatur
Die Kupplung wurde gewechselt

Der LKW läuft perfekt und wurde zur Fährverschiffung in den Hafen von Triest gebracht. Von dort aus wurde der LKW nach Mersin in der Südtirkei verschifft. Hier sollte der Truck an Sakher übergeben und nach Jordanien gebracht werden. Doch in Mersin kam es anders:

Entausendzweihundert Euro für dreihundertfünfzig Kilometer Straßenbenutzung in der Türkei und 50 000 Euro Sicherheitsgebühr, "die man an der tütürkisch/syrischen Grenze wieder zurückbekommen sollte", waren den Fahrern des Hilfstransportes dann doch zu viel. "Außerdem hatten wir grad nicht so viel Geld dabei" scherzt Wilfried Gehr vom Organisationskomitee trotz Wut im Bauch noch.

Der Hilfstransport wurde in Mersin an der türkischen Riviera, nur 600 Kilometer vom Ziel entfernt vom Zoll in Mersin gestoppt. Als der horrende Bakschischbetrag nicht floss, hat der Zöllner den im Vorarlberger Andelsbuch vom stellvertretenden Bürgermeister Anton Felder gefertigten Käsekessel sowie die Paradigma-Solaranlage vom Oberstaufener Installateurmeister Walter Hartmann und seinem Partner Eddy Brahms einfach als Militärgut oder wenigstens als Kommerzmaterial umgestuft. Damit waren die vom Kemptener Zollamt ordentlich ausgestellten Transportpapiere als Hilfsgüter nicht mehr ausreichend. Nach drei nervigen Verhandlungstagen haben die Rallyemacher ihren Kampf gegen die türkische Zollmafia aufgegeben. Nun kümmern sich die Vereinten Nationen und das World Food Programme wfp, die ja Partner der Rallye sind, um die Hilfslieferung. Bis eine diplomatische Lösung gefunden ist, steht der LKW mit Hilfsgütern für arme Beduinenfamilien im Wert von über 60000 Euro nun im Zollhafen von Mersin fest.

Walter Hartmann ist zuversichtlich, dass die Käserei und Solaranlage trotzdem bis zum Spätsommer in Jordaniens Wüste ankommt, Dann will er nämlich die Anlage installieren, damit spätestens Anfang Oktober der erste Beduinenkäse gefertigt werden kann.

Rallyedirektor Wilfried Gehr ist immer noch stinkesauer. weil das Projekt nun stockt: "Es ist ein Unding, wie hier willkürlich durch korrupte türkische Staatsvertreter ehrenamtliches Engagement. Zeit und Geld zerstört wird. Da geht es ja im Kongo sauberer zu. Und diese Türkei will ernsthaft in die Europäische Union aufgenommen werden!"

LKW
Truck und dem Militärschiff

Hier im türkischen Hafen von Mersin steckt nun der Hilfstransport der Allgäu-Orient-Rallye fest. Immerhin scheint er durch das türkische Militärschiff gut bewacht.

Dafür, dass Fotograf Wilfried Gehr das Foto gemacht hat, waren übrigens auch 10,- Euro Bestechungsgeld fällig.

27.08.09

Koordinaten auf Google Earth

31 44'32''N, 36 12'14''E